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Technical · 8 Min. Lesezeit

Energieeffizienz: Elektrisch gegen Dampf

Berechnung der Betriebskosten pro Zyklus, Effekt der Wärmerückgewinnung, Wahl der Wärmequelle nach Ihrer Infrastruktur.

Das Energiebudget eines Waschzyklus

Ein Standard-6-Minuten-Zyklus der PTW-1900 verbraucht etwa:

  • Heizenergie: 4–6 kWh (Aufheizen des Spülfrischwassers von 15 °C auf 82 °C)
  • Pumpenenergie: 0,5 kWh (Waschumwälzung + Ablassen)
  • Lüftungsenergie: 0,1 kWh (Dampfabsaugung)
  • Frischwasser: 25–35 L pro Zyklus (nur Spülung; Waschtank rezirkuliert 170 L)

Die dominante Komponente ist die Beheizung. Das erklärt, warum die Entscheidung Elektrisch vs. Dampf so große wirtschaftliche Bedeutung hat.

Elektrisch vs. Dampf — die Wirtschaftlichkeit

Ein typisches Werk mit 60.000 Zyklen pro Jahr (240 Zyklen/Tag × 250 Arbeitstage):

  • Elektrisch 70 kW: ~360.000 kWh/Jahr × 0,15 €/kWh (TURPE-5 HTA / vergleichbarer industrieller Tarif in Deutschland) = 54.000 €/Jahr
  • Dampf 7 kW + 35 kg Dampf/Zyklus: 36.000 kWh Strom (5.400 €) + 2.100 t Dampf. Bei 25 €/t Dampf = 57.900 €/Jahr

Auf den ersten Blick ist Strom günstiger. ABER: Wenn das Werk bereits Dampf für andere Zwecke erzeugt (Backen, Garen, Sterilisation), liegen die marginalen Kosten des zusätzlichen Dampfs deutlich niedriger — typischerweise 8–15 €/t. Bei einem marginalen Preis von 10 €/t Dampf werden es 26.400 €/Jahr — rund 27.000 € weniger als elektrisch.

Wärmerückgewinnung

Der optionale Wärmetauscher fängt den Abluftdampf ab und wärmt das einströmende Kaltwasser vor. Die Eintrittstemperatur steigt von ~15 °C auf ~45 °C vor dem Booster. Das reduziert die Booster-Arbeit um rund 30 °C der 67 °C Gesamterwärmung — Energieeinsparung ~15 %.

Wirtschaftlichkeit: Mehrkosten 2.500 €, jährliche Einsparung ~5.500 € bei typischem Volumen. Amortisation 5–6 Monate. Bei 60.000+ Zyklen/Jahr eindeutig zu empfehlen.

Vergleich mit manueller Wäsche

Manuelle Wäsche scheint „energiearm" — keine 70-kW-Heizer. Doch zählt man Warmwasser aus dem Hahn, Handhygiene-Spülen und Arbeitsflächendesinfektion mit, beträgt der Wasserverbrauch des manuellen Ansatzes 80–120 L pro Wagen (gegenüber 25–35 L der PTW-1900). Die Energie zum Aufheizen des Wassers überschreitet bei manueller Wäsche den elektrischen PTW-1900-Verbrauch häufig um 30–50 %.

Plus Arbeit, Versicherung, Auditrisiko — und die manuelle Wäsche verliert im TCO-Kalkül auf allen Linien.

Energieeffizienz als KPI

Für die ESG-Berichterstattung (CSRD ab 2025/2026 für große deutsche Unternehmen) liefert die PTW-1900 messbare Kennzahlen:

  • kWh pro Zyklus (im CSV-SPS-Protokoll dokumentiert)
  • Liter Wasser pro Zyklus
  • CO₂-Fußabdruck pro Zyklus (über lokale Strom-CO₂-Konversion, in Deutschland ~366 g CO₂/kWh in 2024)

Das ermöglicht die Einbindung der Wäsche in den Konzern-Nachhaltigkeitsbericht — etwas, das manuelle Wäsche nicht messen kann.

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